Schmerzen sind nicht gleich Schmerzen

Danke lieber Freric, das ich auf deinem Blog einen Beitrag veröffentlichen darf.

Für die, die mich nicht kennen, kurz ein paar Worte zu mir.

Ich heiße needie, bin 50 Jahre alt, seit 2 Jahren Sklavin und lebe seitdem in Ulm. Ausserdem bin ich masochistisch veranlagt. Das heißt: Ich liebe es, wenn mir mein Herr Schmerzen zufügt. Ich möchte das ganze einfach mal aus meiner Sicht ein wenig beschreiben. Ein paar Vorurteile ausräumen. Vielleicht verstehen ja auch Nicht-Masochistin, weshalb man sich bestimmte Dinge “gefallen” lässt.

Ich glaube, daß größte Vorurteil ist, daß maso jede Art von Schmerzen toll findet. Egal was, wann und von wem. Ja. Das wäre ziemlich praktisch. Sich einfach mal den Hammer schnappen oder ein paar Zähne ziehen lassen. OPs ohne Narkose. Und jedes hinfallen führt zum Orgasmus.

Leider oder eher zum Glück, ist das nicht so einfach. Nur weil man Sex mag, stellt man sich ja auch nicht auf die Straße und schnappt sich den erst besten Schwanz und/oder Tittenträger.

Um mein schmerzgeiles ich zum Vorschein kommen zu lassen, gehört so einiges dazu. Das Folgende könnt ihr gerne auch als kleine Ratschläge/Anregungen nehmen. Für mich sind Überraschungen meist etwas schwierig. Zumindest ist es von Vorteil, wenn ich ahne, daß da was kommt. Die Gefühle von Angst, Aufregung, Spannung und Nervosität sind schon unglaublich toll. Nicht zu wissen, was genau mein Herr vorhat. Oft baut er dabei kleine Spielchen ein. Zum Beispiel darf ich Schlagwerkzeuge wählen. Ob er die dann nimmt, oder gerade die eben nicht, macht das Ganze noch einmal spannender.

Ich hasse Klammern. Er liebt sie. Wenn er sie an mir befestigt, habe ich in Null Komma nix Tränen in den Augen. Und das macht mich wütend. Sobald die Dinger an mir dran sind, hab ich Angst vor dem entfernen. Sind sie dann aber ab, liebe ich diesen Schmerz danach. Wenn dieses ziepen noch überall spürbar ist. Wenn es gleich wieder weh tut, sobald man die Stellen berührt. Es ist eine Mischung aus Stolz, Demut, Wut auf sich, wegen der Tränen. Eins ist trotzdem klar. Klammern und ich werden niemals Freunde.

Anders sieht es aus bei Schlägen. Welche Art Schläge ich mag, ist inzwischen ständig wechselnd. Es gibt allerdings 2 Dinge, die außen vor stehen. Das klassische Spanking mit der Hand. Und das verfluchte Butterbrettchen. Beides dient ausschließlich der Strafe und findet in meinem Kopf auch ausschließlich in dem Zusammenhang statt.

Aber nun erst einmal genug von ungut. Schlagen in Verbindung mit anketten ist das absolute non plus ultra. Das ausgeliefert sein und zu vertrauen, daß er alles unter Kontrolle hat. Daß er Dinge tun könnte, wenn er wollte. Und ich könnte es nicht verhindern. Das Gefühl zu beschreiben funktioniert nicht. Jedes Wort wäre untertrieben.

Am liebsten habe ich Schläge auf den Hintern. Ich glaube, daß geht den meisten so. Das hängt damit zusammen, daß ich dort am meisten aushalte. Am schlimmsten sind Füße und Pussie. Ich glaub, da klinge ich immer etwas panisch. Und es bleiben nicht einmal Spuren zurück.

Hätte mich vor 2 Jahren jemand gefragt, welche Schlagwerkzeug ich am liebsten hab, hätte ich ohne zu zögern “Den Gürtel” geantwortet. Hat sich das geändert? Nein. Zumindest rangiert er immer noch weit oben. Aber auch der Rohrstock ist eins meiner Lieblinge. Wie gesagt. Im Grunde kann sich das ständig ändern. Weshalb ich mich nicht auf eine Reihenfolge festlegen mag.

An einem perfekten Tag, fliege ich. Ab einem gewissen Punkt ist jeder Gedanke weg. Ich fühle nur noch. Bis ich da ankomme, passiert mit mir viel. Fluchen. Der Kampf gegen Tränen  Der Versuch, nicht zu schreien. Das flehen, das es bald vorbei ist. Das flehen, das alles noch lange nicht vorbei ist. Das stolz machen wollen. Das nicht aufgeben wollen. Es ist ein Wust an Emotionen. Und irgendwann ist er da. Der Flug, der in einem Orgasmus endet.

Natürlich ist das nicht immer so. Der Orgasmus ist toll. Aber es ist nicht wichtig einen zu bekommen. Es ist das Ganze, was es einmalig macht.

Nach einer Session bin ich kaputt. Nicht ansprechbar. Und ich genieße diese Leere. Die langsam auftretenden Schmerzen. Das runterkommen. Dieser Zustand hält oft über Stunden an.

All das ist etwas, daß ich gegen jegliche Art von Sex eintauschen würde. Denn diese Gefühle hab ich beim Sex nicht.

Und dann kommt das danach. Die Spuren. Die sind mir wichtig. Denn durch sie bleibt die Erinnerung und ich erlebe die Session immer wieder.

So. Das wars erst einmal von mir.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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4 comments

Liebe Needie,

wie schön du das Unbeschreibliche beschrieben hast. Es ist so unglaublich schwierig, so etwas denen zu erklären, die BDSM grundsätzlich mit Sado/Maso auf der Reeperbahn vergleichen.
Und vielleicht werden sie es trotzdem nicht verstehen.
Nicht das tiefe, unbedingte Vertrauen, das dazu gehört. Das abgeben, nicht aufgeben. Der tiefe Respekt. Der Schmerz nur als Teil des Ganzen.
Danke für deine Worte.

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