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Meine Anfänge im BDSM…

Meine Anfänge im BDSM…

 

 

… oder wie man es nennen mag.

Man wacht ja nicht eines Tages auf und ist BDSM-ler. Vollprofi mit Erfahrungen in Sachen Bondage, Fetischen, Branding, Analfisting, Peniskäfigen, Spanking, Tunnelspielen, Vorführung, Fremdverleih, Domina, Dominum, Sexsklave, Auspeitschung, Paddel, Langzeitbondage, Knebel, Ketten, Seilen, Gürtel, Pet, Orgasmuskontrolle, 24/7, Cutting, Käfighaltung und all den anderen bezaubernden Spielarten. Wobei mir im BDSM Kontext das Wort „Spiel“ etwas quer kommt.

 

Nein, es ist, zumindest für mich, wie eine Gabe, die man erst nach und nach zu schätzen weiß. In jungen Jahren habe ich zwar schon gefühlt oder erahnt, dass ich spezielle Sachen mag. Ob das „normal“ war vermochte ich damals nicht zu wissen, da ich keine Vergleiche zu anderen ziehen konnte. Also blieb es bei dem „erahnen“. Ich wuchs in einer Zeit auf, in der Kinder nicht viel zu sagen, geschweige denn zu fragen hatten – und über sexuelle Dinge schon mal gar nicht. Tat man es dennoch, gab es den Hintern voll und wurde  über´s Knie gelegt. (Man achte auf die Feinheiten.) Also eine Bestrafung im herkömmlichen Erziehungssinne. Und es scheint ja auch heute so, dass man eine Bestrafung im BDSM erhält, wenn man einen Fehler gemacht hat. Ich sehe da also durchaus den Zusammenhang. Wobei ein wesentlicher Punkt bei der Kinderverhauererei fehlt, nämlich der Konsens. Mein Einverständnis mich verhauen zu dürfen war damals irgendwie nicht erfragt worden und meine Meinung dazu interessierte genau niemanden. Das hat sich geändert, heute lasse ich mir den Hintern versohlen, auf die Beine schlagen, die Schenkel und Fußsohlen bearbeiten, ich lasse mich fesseln und auskitzeln, kurz ich lasse Dinge mit mir geschehen und dies freiwillig. Warum? Weil es mir gut tut. Weil ich dann abschalten kann. Weil ich es fühlen will. Weil ich MICH fühlen will. Und der dominante Part sollte vorher fragen was erlaubt ist und was nicht.

 

Doch zu meinem Thema zurück.

Ich kann mich heute noch erinnern, wie meine erste Erfahrung mit BDSM-Light war. Früher hätte man das, wenn es herausgekommen wäre, wohl „pervers“ genannt und denjenigen und mich in eine Sexualtherapie gesteckt. Heutzutage sähe das anders aus. Mal abgesehen davon, dass ich erst 12 oder 13 Jahre alt war und er 17.

Damals war ich in einem katholischen Internat, von Ordensleuten geführt, untergebracht. Mit 11 Jahren kam ich dorthin und erlebte eine ziemlich strenge Erziehung. In der Sexta, (5. Klasse im Gymnasium) hatten wir keine Meinung zu haben. Weder den Präfekten (Erziehern) gegenüber, noch den höheren Klassen gegenüber. Wir hatten alle zu gehorchen. Und ich war leider der Typ, der aufsässig war und Widerworte gab. Das führte dazu, dass ich sehr oft alleine nach dem Abendessen im Studiensaal nachsitzen durfte, während die anderen Sport machten oder ihre Freizeit nutzen durften. Das war nicht weiter schlimm. Die Bestrafung erfolgte immer nachts und nicht vorhersehbar. Wir waren in 4-er Zimmern untergebracht. Nach 21 Uhr war Silentium angesagt. Kein Mucks durfte mehr über unsere Lippen kommen. Aufsicht führten entweder die Präfekten oder aber auch die Primaner (Klasse 13, Gymnasium). Irgendwann, wenn jemand von uns wieder einen Fehler begangen hatte kamen sie. Leise, stumm und schnell. Meistens zu viert. Und am allermeisten besuchten sie mich. Zwei packten mich an Armen und Knöchel, drehten mich auf den Bauch und hielten mich fest, dann hielt mir einer den Mund zu und der vierte ließ seinen Gürtel tanzen. Gnädigerweise mit dem losen Ende, also ohne die Schnalle. Von den Knöcheln aufwärts bis hoch zum Hintern. Den Rücken ließen sie aus. Dafür waren die Präfekten zuständig. Diese waren allesamt Ordensleute mit Ordensgewand zu welchem auch das Zingulum (Gürtel oder Strick) gehört. Nach der Prügel raunten sie mir immer wieder ins Ohr, dass sie wiederkommen würden und ich nicht wissen werde wann. Die Präfekten hatten keine Scheu auch das Zingulum auf dem ganzen Körper tanzen zu lassen. Naja, ich trug keine bleibenden Schäden davon und ganz ehrlich: Die Schläge waren ziemlich schmerzhaft. Das Gefühl danach war für mich ein sehr angenehmes. Die haben mich auch nicht blutig geschlagen. Striemen und blaue Flecke gab es schon. Und mehr als sich mancher beim Spanking erwünscht. Jetzt mag man laut schreien: Übergrifflichkeiten im katholischen Internat!!! Steinigt sie öffentlich!!!

Dazu will ich nur sagen, dass es ganz andere Zeiten waren. Die Einstellung gegenüber Kindererziehung war eine andere. Es war eben so. Wobei ich natürlich in keiner Weise gut heiße, wenn es zu sexuellen Übergrifflichkeiten seitens der kirchlichen Angehörigen kommt oder gekommen ist . Und betone: Nie und in keiner Weise wurde ich sexuell missbraucht von jemanden, der der Kirche unterstellt war, seien es die Präfekten gewesen, Seelsorger oder auch Nonnen. Never.

 

Zweimal im Monat war für alle Heimfahrt angesagt. Alle durften nach Hause zur Familie. Ich nicht, da es die heimische familiäre Situation nicht zuließ. Kurz gesagt, es war kompliziert. So blieb ich im Internat. Als Aufsicht wurde M., ein Primaner bestellt, der mir auch Nachhilfe in Englisch gab. Der war schon 16 oder 17  Jahre alt und war für mich eine Respektperson. Er stand während der Nachhilfe ständig hinter mir und berührte mich wie beiläufig immer mal wieder. Mal am Arm, mal am Bein. Mir fiel das erst nicht so richtig auf. Irgendwann, als ich beim Schreiben von Vokabeln war und einen Fehler machte packte er mich mit der Hand in den Nacken und beugte meinen Kopf auf das Vokabelheft, wohl um mich mit der Nase auf meinen geschriebenen Fehler zu stoßen. Erst war ich erschrocken, dann wehrte ich mich. Es folgte ein Gerangel welches ich nicht gewinnen konnte. Er hatte sichtlich Spaß und meinte ich solle mich nur weiter wehren. Das tat ich, aus Trotz heraus, er hatte einen höllischen Spaß daran, vor allem, da er mich überall greifen konnte. Mein T-Shirt war aus der Hose gerissen, mein Oberkörper war fast frei. Und dann tat er etwas, was mir im Nachhinein ziemlich gefiel. Er zog mit zwei Fingern an meinen Brustwarzen. Er zog solange daran, bis ich ihm folgte, damit es nicht zu schmerzhaft wurde. Er führte mich an den Brustwarzen an den Schreibtisch zurück wo ich die Vokabeln zu Ende schreiben musste. Er verfiel in den Imperativ, als wäre ich sein Eigentum. Ich muss gestehen, wen dem so gewesen wäre, wäre ich ein sehr störrisches Eigentum. Und ich forderte ihn gerne heraus. Ich mochte es, wenn er mich besiegte und festhielt. Ich mochte den Schmerz, der zwar weh tat und doch so gut war. In den Zeiten in welcher ich mich in seiner Obhut befand war außer den Ordensleuten niemand im Haus, den interessieren konnte was da so  passierte.

Eines Tages ging ich wieder in den Oberstufentrakt zu den Primanerzimmern, klopfte an, trat ein und wurde von M. aber schon unsanft hereingezogen. Er packte mich am Nacken, zwang mich vor ihm auf den Boden und befahl mir im harschen Ton ich solle mich bis auf die Short ausziehen. Dabei verstärkte er den Druck im Nacken derart, dass ich mich beeilte. Meine Klamotten flogen nur so durch die Gegend. Das gefiel ihm nicht und ich musste, immer noch die Hand im Nacken, alles ordentlich zusammenlegen und neben der Tür ablegen. Schuhe, Strümpfe, T-Shirt, Hose. Halbnackt stand ich nun vor ihm und schämte mich in Grund und Boden. Dann führte er mich zu seinem Bett auf dem eine Tagesdecke ausgebreitet lag. Er warf mich darauf, zog mir auch noch die Short aus, nahm meine Hände und band sie auf dem Rücken zusammen. Es ist zwar schwer zu verstehen, mir gefiel es gut, zeigte dies aber nicht. Ich strampelte mit den Beinen und wehrte mich, was dazu führte, dass er meine Knie und Knöchel auch noch fesselte. (was mich außerordentlich freute). Was dann geschah war für mich etwas sehr merkwürdiges. Er massierte mich. Von Kopf bis Fuß, doch zwischendurch schlug er mit der flachen Hand mal hier, mal dorthin. Mal auf die Waden, mal auf die Sohlen, mal auf den Rücken, mal auf die Schenkel, mal auf die Ober- und Unterarme. Und massierte mich fast schon zärtlich weiter. Mir wurde heiß und kalt. Einen Ständer bekam ich noch nicht, aus biologischen Gründen. Trotzdem, das Gefühl war da. Ich glaube wir vergaßen die Zeit, sie verschwamm zwischen Schmerz und Wohlwonne. Zum Schluss legte er mich auf sein Knie und ich bekam den Hintern mal so richtig voll, mit dem sich wiederholendem Auftrag, ich solle, wenn wir alleine im Haus wären mich in seinem Zimmer immer bis auf die Shorts ausziehen, ohne zu zögern. Ich jammerte und versprach das Blaue vom Himmel und er möge doch bitte aufhören, er kümmerte sich nicht wirklich darum, bis er sich sicher war, dass ich seinen Wunsch verinnerlicht hatte. Vor allem hatte er ja noch seine Komplizen, die mich sowieso auf dem Kieker hatten und sich eh schon auf eine Abreibung für mich freuten. Die würden sich freuen mir einen Gruß von M. auszurichten.

Jetzt hatten wir da so eine Situation. Dass es nicht richtig war, war mir klar. Dass es mir außerordentlich gefiel, war auch klar. Dass M. ein Sadist mit Herz war ist auch ein Fakt. Dass er auf mich stand…auch, wenngleich er sich nie an mir vergangen hat. Das taten später andere.

 

Mit der Zeit wurde M. Massage und verhauen etwas langweilig. Er stand auf meine damals noch zarte Haut, streichelte mich wann immer er konnte und fesselte mich wann er wollte, ließ mich in der Ecke stehen und erfreute sich daran. Ich mochte das. Ich wollte das. Ich wollte fest angefasst werden. Ich wollte mich spüren. Irgendwann merkte ich, dass er auf meine vergleichsweise kleinen Füße stand. Er fing an sie zu liebkosen, zu lecken und sie sich in den Mund zu schieben und fing an leicht darauf herum zu kauen, er biss manchmal zu, aber nie zu fest. Kurz er machte mit mir was er wollte und wie er es wollte. Das ging noch ein Jahr so weiter, dann machte er sein Abitur und verließ das Internat. Ich flog, aus Gründen, etwas später aus dem Internat, was mir einen Platz in einem Kinderheim für schwer erziehbare Jungen bescherte. Und eine Odyssee. Vielleicht schreibe ich dazu mal was.

 

Jetzt mag man sich fragen, wo bleibt die Moral? Das kann ja wohl nicht wahr sein. Fakt ist aber, es geschah im beiderseitigen Einverständnis. Insofern hat es mir nicht nachhaltig geschadet. Auch erinnere ich mich gerne daran, auch an die Spaziergänge im Wald, bei denen ich nur mit Shorts bekleidet vor ihm herlaufen musste und er mir mit Weidenruten feste auf die Waden schlug, wenn ich zu langsam wurde.

Es war nun Mal so und ich will keine Sekunde davon missen. Ob es diese Ereignisse waren, oder andere die mich in meiner Kindheit begleiteten – sie machten mich zu dem was ich bin. Ein Masochist mit durchaus sadistischen Zügen und einem Hauch von Devotheit. Dass es hiervon noch viel mehr Menschen gibt, weiß ich heute – damals nicht. Weder bin ich Soziopath noch ein Psychopath geworden. Eigentlich ganz normal, oder?

 

 

 

 

 

 

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Posted by lovefeet1973 in BDSM, 0 comments